Schuljubiläum in Kasachstan – SJM – Servi Jesu et Mariae
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Schuljubiläum in Kasachstan

Als Prälat Lorenz Gawol ein paar Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, 1996, die Schule „St. Lorenz“ im Norden Kasachstans zusammen mit der Pfarrei in Tonkoshurovka gründete, da war es menschlich gesehen viel Idealismus, geistlich betrachtet eine Mischung aus großem Gottvertrauen und Pioniergeist, die den Ruhestandspriester aus Berlin motivierten. Die „Russlanddeutschen“ in jenen Gebieten nur ein paar Hundert Kilometer südlich von Sibirien lagen ihm am Herzen, sodass er vom Ruhestand in die Mission ging.

Am Fatimatag, 13. Mai 1996 kam die entscheidende staatliche Erlaubnis zur Schulgründung, am 1. September desselben Jahres begann der erste Unterricht unter bescheidenen Anfängen. Sicherlich hätte sich Prälat Gawol – „Pater Lorenz“, wie er bis heute von allen genannt wird – auch nicht träumen lassen, wie die Schule in Korneevka 25 Jahre nach Gründung und zwanzig Jahre nach seinem Tod ihren Schulgeburtstag feiern wird.

Am 12. Mai 2022 versammelte sich der gesamte Schulkomplex – also 78 Kinder im Kindergarten, 175 Schülern von 1. Klasse bis Abitur/Matura, von ihnen 35 Kindern im Internat und 35 Lehrern zusammen mit den Festgästen aus Kasachstan, wie dem Akim (Bezirkshauptmann), dem Bürgermeister des Ortes, Erzbischof Tomas Peta aus Nur-Sultan samt priesterliche Begleitung, Vertretern der deutschen Botschaft und des DSD-Programms und etlichen Gästen aus Deutschland und Österreich, darunter die Oberen der beiden Gemeinschaften der Franziskanerinnen von Vöcklabruck und der SJM. Einer der Gäste war der Gründer und Geschäftsführer von Eurasia, Mustafa Sahin, ein deutschsprachiger Türke, der durch P. Stefan Linder vor einiger Zeit unvorhergesehen in Kontakt mit der Schule gekommen ist und seitdem ein engagierter Unterstützer des Schulprojektes ist.

In einem ausführlichen Schulrundgang mit Generaldirektor P. Leopold Kropfreiter konnten die Gäste Einblicke gewinnen über Schulhaus, Kindergarten und Internat. Dabei wurde den Gästen auch das wieder sanierte ehemalige „Kino-Theater“ gezeigt, das zukünftig als Schulzentrum vor allem für größere Veranstaltungen, für Musikfächer und die neu entstandene IT-Klasse dienen wird. Besonders die Vorführungen der IT-Klassen über die Robotertechnik (vollständig in englischer Sprache), machten Eindruck und zeigten, welches Potential in den jungen Leuten steckt. Doch auch ganz konkrete Handarbeit mit Sägen und Bohrern, mit Nadel und Faden und vielem mehr wird im benachbarten Haus St. Josef in den Freigegenständen/Wahlfächern geübt. Analog und digital ergänzen sich gut. Was allen bewusst wurde, hat Mustafa Sahin in Worte gefasst, der als Geschäftsmann beeindruckt war von Ziel und Sinn der Schule und den Möglichkeiten, die den jungen Menschen gegeben wird – nicht nur für die zukünftigen Berufe, sondern auch für sie als Menschen.

Eine großangelegte Festveranstaltung mit Tänzen und Redebeiträgen, Filmen und viel Musik war ein Höhepunkt des Schulgeburtstages, bei dem sich alle – von Kindergarten bis Abitur/Matura und selbst die Lehrer – intensiv beteiligten und ihr Können präsentierten. Man sah allen Beteiligen die Freude am Schönen an, die Freude, ein Teil dieser Schule und des Jubiläums zu sein – nicht zuletzt auch mit Lederhose und Dirndl bei deutschsprachigen Beiträgen.

1996 war nicht vorhersehbar, dass innerhalb weniger Jahre beinahe alle Russlanddeutschen vom Land in die großen Städte oder, soweit möglich, zurück in die deutsche Heimat zogen. Die Bevölkerung in den Steppendörfer wie Korneevka bestand hauptsächlich aus russischsprachigen Kasachen, die sich unter den geänderten Vorzeichen des jungen post-sowjetischen Staates zurechtfinden mussten. Galt der „Westen“ mit all seiner luxuriösen Eleganz und Möglichkeiten als „Land der Verheißung“, nach dessen Lebensstil man sich ausstreckte, blieb der Alltag doch von den klimatisch sehr rauen und äußerst einfachen Lebensverhältnissen geprägt, die nicht zuletzt durch eine gewisse Orientierungslosigkeit und mangelnde Infrastruktur der Jahre nach der Wende verschärft wurden.

Gerade in dieser Situation war die Schule nun nicht mehr nur für die Russlanddeutschen da, sondern weitete sich bereits in den ersten Jahren auf die dortige kasachische Bevölkerung aus, überwiegend russischsprachige bzw. russischstämmige Kasachen: in dieser Umbruchssituation, die auch nach 25 Jahren noch hochaktuell ist, ist es der Schule ein Anliegen, durch solide Bildung und ein ethisches Wertesystem ganzheitlich in Persönlichkeiten zu investieren, die wissen, was gut und richtig ist und die Zukunft gestalten.

Sicherlich konnte Pater Lorenz auch die weiteren Entwicklungen nicht vorhersehen, unter denen der Schulgeburtstag 2022 sattfinden musste: wegen der Corona-Maßnahmen wurde das Fest auf 2022 und damit auf Vorabend bereits des 26. Geburtstages verschoben. Der Krieg der benachbarten Staaten Russland und Ukraine konnte das Fest nicht verhindern, da es in Kasachstan selbst keinerlei Unruhen oder Auswirkungen gibt.

Mit großer Freude kann man bei dieser Gelegenheit bemerken, dass die vielen neuen Patenschaften, die in den letzten Monaten von Wohltätern übernommen wurden, in dieser schwierigen Situation der Schule eine gewisse Sicherheit in unsicheren Zeiten gibt. Man sieht in den baulichen Veränderungen, mehr aber noch im Reifen der jungen Schüler, wie dieser äußere Rahmen das innere Wachstum ermöglicht, und dass jede dieser Spenden konkrete Frucht bringt.

Dass der Schulgeburtstag auf den 13. Mai und damit auf den Fatimatag fällt, sah Pater Lorenz und sehen wir als Ordensgemeinschaft auf dem Hintergrund der politischen Zusammenhänge weiter als besondere Fügung. Im Jahr 1917 hat die Gottesmutter in Fatima bekanntermaßen darum gebeten, ihr Unbeflecktes Herz zu verehren, um die Bekehrung Russlands zu ermöglichen.

Laut Schwester Lucia, dem in hohem Alter verstorbenen Seherkind von Fatima, gelten bei der Muttergottes alle heutigen Länder der ehemaligen UDSSR als Teil von „Russland“, darunter ausdrücklich auch Kasachstan. Wenn daher eine kleine Schule in katholischer Trägerschaft in einem Teil dieses Landes „zufälligerweise“ durch den Staat am Fatimatag genehmigt und damit gegründet werden konnte, ist das Auftrag und Trost. So wie im kleinen unbedeutenden Fatima durch unbedeutende Kinder Gott wirken wollte, kann er auch in Korneevka, einem Fleckchen „Russlands“, vielleicht unscheinbare, aber doch wirksame, Samen reifen lassen, die auf ihre je eigene Art und Weise an der „Bekehrung Russlands“ mitwirken.


Wir bitten Sie weiterhin um großzügige Unterstützung des Schul- und Missionsprojektes in Kasachstan

  • …durch ihr Gebet für die übernatürliche Fruchtbarkeit
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