Gelübde – SJM – Servi Jesu et Mariae
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Gelübde

Gelübde

Orden mit Gelübden

Alle Mitglieder der SJM legen die drei Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab, um sich auf diese Weise enger an Christus zu binden und sich vollkommen dem Heil der Seelen im Dienste der Kirche zu weihen.

Das Gelübde der Armut besteht in erster Linie im vollständigen Verzicht auf persönliches Eigentum. Alles, was das einzelne Mitglied benützt oder erhält, gehört der Gemeinschaft. Selbst wenn sich ein Ordensmann für die Seelsorge zahlreicher materieller Hilfsmittel bedient, ist er vom Gelübde verpflichtet, das eigene Herz nicht an die Dinge dieser Welt zu hängen, sondern diese „zu benützen, als benütze man sie nicht.“ (1Kor 7,31). Darüber hinaus soll ein einfacher und bescheidener Lebensstil gepflegt werden, verbunden mit der Bereitschaft, jede Aufgabe bereitwillig zu übernehmen und auch auf Kosten der eigenen Bequemlichkeit überall dorthin zu gehen, wo mehr für die Ehre Gottes zu erhoffen ist. In diesem Sinn schließt die Armut auch die absolute Beweglichkeit und Freiheit für den Dienst am Heil der Seelen mit ein.

Das Gelübde der Keuschheit ist von zentraler Bedeutung, weil dadurch in besonderer Weise die vollkommene Bindung des Ordensmannes an Christus, den Bräutigam seiner Seele, zum Ausdruck kommt. Der bewusste Verzicht auf Ehe und Familie ist kein Nein zu Beziehung und Freundschaft, sondern das freudige Ja zur höchsten und schönsten Beziehung, zur Freundschaft mit Jesus. Mit seinem ungeteilten Leben für Gott gibt der Ordensmann der Welt das Zeugnis, dass es sich lohnt, sich ganz Gott zu schenken. Gleichzeitig bleibt er damit frei, allen Menschen zu dienen, die ihm anvertraut sind, ohne Ansehen der Person und ohne sich von persönlicher Zu- oder Abneigung leiten zu lassen.

Während die ersten beiden Gelübde helfen, das eigene Herz weder an Besitz noch an andere Menschen zu hängen, befreit das Gelübde des Gehorsams vom Eigenwillen. Damit ist freilich nicht der Verzicht auf eigenes Denken oder eigene Initiative gemeint, sondern das freiwillige Sich-Unterordnen im Dienste einer höheren, gemeinsamen Mission – um der Liebe Christi willen, der zu unserem Heil „gehorsam geworden ist bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,8). Dies freilich immer unter dem Vorbehalt, dass keine Sünde befohlen wird, da der Gehorsam in letzter Konsequenz immer Gott gegenüber geleistet wird. Darüber hinaus verbindet die SJM mit dem Gehorsam eine besondere Treue zum Papst und zum Lehramt der Kirche. Der Bischof von Rom ist der Stellvertreter Christi auf Erden, der Garant für den rechten Glauben und der Fels, auf dem die Kirche sicher steht. Aus diesem Grund bemühen sich die Mitglieder der SJM, „in ganz besonderer Treue zum Papst und seinem höchsten Lehramt zu leben, und sich als wertvolle Mitarbeiter in der Bewahrung der Einheit der Kirche und der Reinheit des Glaubens zu erweisen“ (aus dem päpstlichen Errichtungsdekret).