Wachstum

Wachstum

Wachstum über Deutschland hinaus

In den folgenden Jahren wuchs die SJM langsam aber beständig, so dass es auch im Kloster von Mussenhausen zunehmend eng wurde. Zwischenzeitliche Unstimmigkeiten mit der Diözese Augsburg führten 1996 zu einem weiteren Umzug, dieses Mal nach Blindenmarkt in Österreich, wo der Gemeinschaft von J. Bentlage ein Vierkanthof namens „Schloss Auhof“ geschenkt worden war. Mit Zustimmung der Diözese wurde das Haus als Residenz kanonisch errichtet. Damit war ein neuer Abschnitt in der Entwicklung des Ordens eingeläutet.

Im Zuge des Umzugs nach Blindenmarkt beschloss P. Hönisch, neben der spirituellen Formung der Priesteramtskandidaten auch deren philosophisch-theologische Ausbildung in die eigene Hand zu nehmen. Zu diesem Zweck gründete er in der neuen österreichischen Niederlassung ein kleines Institut unter dem Patronat des hl. Petrus Canisius. Mit Gutheißung Roms und der tatkräftigen Hilfe von befreundeten Professoren, die als Dozenten regelmäßig für Vorlesungen in den Auhof kamen (und kommen), werden seit dieser Zeit im Studienhaus St. Petrus Canisius die für die Priesterausbildung nötigen Kurse angeboten – zum großen Vorteil für die Studenten, die nun einen Großteil ihrer Ausbildung unter einem Dach erhalten.

Gleichzeitig eröffneten sich dem Orden immer neue pastorale Arbeitsfelder, weit über Deutschland hinaus: Pfarrseelsorge in Deutschland, Österreich und Frankreich; Jungeninternate – zuerst in Zwettl (Niederösterreich), später dann bei Münster (Nordrhein-Westfalen); Missionsstationen mit Schule und Kindergarten in Rumänien und Kasachstan, Leitung eines eigenen Verlags, Herausgabe einer eigenen Ordenszeitschrift, Aufbau eines Tonstudios, ein Apostolat für der Kirche fern stehende Jugendliche in Frankreich, die Organisation und Durchführung von ignatianischen Exerzitienkursen, die Gründung eines „Dritten Ordens“ für Laien, und last but not least: die geistliche Betreuung von Pfadfindergruppen – nach wie vor ein besonderer Schwerpunkt der SJM. Darüber hinaus war es für P. Hönisch immer ein Anliegen, einige Priester nach ihrer Weihe für weiterführende Studien an internationalen Universitäten freizustellen.

Kurzum, auch wenn die Zahl der Ordensmitglieder und Priester von Anfang an stetig gewachsen ist, so sind die Anfragen um Priester im Laufe der Jahre noch viel schneller gestiegen. Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenig (Mt 9,37).