Exerzitien

Exerzitien

Exerzitien

Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der SJM ist das Angebot von Ignatianischen Exerzitien. Jeder Priester der Kongregation absolviert in seiner Ausbildung mindestens 2-mal die sog. großen Exerzitien: vier Wochen in strenger Zurückgezogenheit, Stille und Gebet. Dazu kommt jedes Jahr eine Einkehrzeit von acht Tagen nach der Methode des hl. Ignatius. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus leiten die SJM-Priester auch andere Gläubige zu fruchtbaren Exerzitien an.

Was sind Ignatianische Exerzitien?
Die Geschichte beginnt mit einer Kanonenkugel, die am Pfingstmontag des Jahres 1521 bei der Verteidigung der Festung Pamplona dem 29-jährigen Offizier Íñigo López de Loyola sein Bein zerschmetterte. Auf dem monatelangen Krankenlager erfuhr er eine innere Verwandlung: Aus dem Höfling und weltlich gesinnten Soldaten, „mutwillig im Spiel, in Frauengeschichten, in Raufhändeln und Waffentaten“ (wie ihn später ein Vertrauter beschrieb) wurde ein Heiliger.

Das Faszinierende bei Ignatius ist, dass er das Wirken der Gnade auf seinen Weg vom Höfling zum Heiligen bewusst beobachtet und analysiert hat. Sein Exerzitienbüchlein ist nichts anderes als eine Beschreibung dieses Weges. Diese kurze Schrift hat nicht nur den großen Jesuitenorden, sondern unzählige Heilige geprägt. Ohne die Exerzitien wäre die Gegenreformation in Deutschland nicht denkbar gewesen. Jahrhunderte lang wurden Priester und Laien durch die „Geistlichen Übungen“, wie Ignatius selbst sie nennt, auf dem Weg des Glaubens geführt. Nach einem Diktum des hl. Franz von Sales sind durch dieses Büchlein mehr Seelen gerettet worden als es Buchstaben hat.

Ignatianische Exerzitien folgen in ihrem Aufbau dem Exerzitienbuch des hl. Ignatius. Ziel ist die Vertiefung des eigenen geistlichen Lebens durch eine bewusste Ausrichtung aller Lebensbereiche auf das letzte Ziel des Menschen. Das Einüben des inneren betrachtenden Gebetes soll die Seele in ihrer Gottesbeziehung stärken, damit sie leichter den Willen Gottes erkennen und ihm folgen kann. Gerade bei Glaubensfragen, Zukunftssorgen, Lebensplänen und Ähnlichem können die Exerzitien eine wertvolle Hilfe sein, um Gottes Weg für uns zu finden.

Die Exerzitien sind in erster Linie durch persönliche Betrachtungen und Schweigen gekennzeichnet. Darüber hinaus sind die tägliche hl. Messe, Rosenkranz und Gelegenheit zur eucharistischen Anbetung weitere Elemente, die sehr individuell ausgestaltet werden können. Obwohl es täglich vier kurze Vorträge gibt, gilt der Grundsatz: Nicht der Exerzitienmeister predigt die Exerzitien, sondern der Gläubige „macht“ sie selber: Er verweilt bei Jesus, spricht mit ihm, hört auf ihn.

Die Ignatianische Exerzitienform bietet den Rahmen und die Möglichkeit der persönlichen Aussprache mit dem begleitenden Priester. Sie ermöglicht eine ganz persönliche Führung und ein individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse des je Einzelnen.

Eine Liste der aktuellen Exerzitientermine finden Sie hier. Auf Anfrage kann (nach Möglichkeit) auch ein Termin für Einzelexerzitien vereinbart werden.