Frühling in Kasachstan – Von Ausnahmezustand und Auszeichnungen – SJM – Servi Jesu et Mariae
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Frühling in Kasachstan – Von Ausnahmezustand und Auszeichnungen

Von P. Leopold Kropfreiter SJM

Vor dem Beginn des vierten Schulquartals feierten wir in Kasachstan – und in ganz Zentralasien – das Frühlingsfest Nauryss. Während es im Süden des Landes schon warm wird, haben wir im Norden noch Schnee und Minusgrade, auch wenn es in diesem Jahr insgesamt viel wärmer war als in den vergangenen Wintern. Was uns alle bewegt, ist die angespannte Situation aufgrund der weltweiten Coronaepidemie. In Kasachstan hatten wir die ersten offiziellen Infektionen mitte März. Ich möchte kurz die Situation im Land und besonders an unserer Schule schildern: Zur Zeit beherbergen wir in unserem gesamten Projekt 276 Kinder und fast 100 Mitarbeiter. Wir bitten Gott, dass er uns in diesen schwierigen Zeiten beschützt. Vielleicht ist diese weltweite Krise eine Möglichkeit,
sich neu darauf zu besinnen, was wertvoll und wichtig ist, wofür es sich wirklich lohnt, sich einzusetzen!

Besondere Auszeichnung für unsere Schule

Schon das vierte Mal hintereinander findet sich unsere Schule unter den 100 besten Schulen des ganzen Landes. In diesem Jahr erhielten wir eine besondere Auszeichnung: Wir können uns offiziell die „beste Dorfschule der Republik Kasachstan“ nennen. Für uns ist dieser Titel in erster Linie ein Impuls, noch intensiver zu arbeiten und niemals zu vergessen, wofür wir uns einsetzen: Für das ganzheitliche Wohl der jungen Menschen, die wir begleiten dürfen, aber auch der Familien und Mitarbeiter, die an diesem Projekt beteiligt sind und ihren Beitrag zum Gelingen leisten.

Corona und Ausnahmezustand

Etwa seit Mitte März gibt es in Kasachstan die ersten Corona-Krankheitsfälle, allerdings bewegt sich alles auf sehr niedrigem Niveau. Momentan sind ca. 200 Menschen infiziert, wobei die Städte Nur Sultan und Almaty die größte Infektionsrate aufweisen. Trotz der noch relativ geringen Zahl stehen die beiden Städte unter strenger Quarantäne. Der Schulunterricht wurde schon seit dem 16. März ausgesetzt. Er wird, ähnlich wie in vielen Ländern der Welt, online fortgesetzt. Die Lehrer sind hierbei besonders gefordert: Nicht jede Familie hat Zugang zum Internet. Manche Schüler leben in sehr abgelegenen Dörfern, wo nur sehr schlechte oder gar keine Verbindungen bestehen. Voraussichtlich wird der Fernunterricht bis zum 22. Mai (drei Tage vor dem Schulschluss) dauern. Selbst die Lehrer, deren Fächer eine physische Präsenz voraussetzen (Sport, Freigegenstände, …), sollen über Onlineplattformen Übungen, Hausaufgaben, etc. den Kindern übermitteln. Der Kindergarten wird zur Zeit noch weitergeführt, auch wenn es momentan viele Eltern vorziehen, ihre Kinder zuhause zu lassen. Das Schülerinternat wurde geschlossen und die Mitarbeiter in bezahlten Urlaub geschickt. Aufgrund der großen Vorsichtsmaßnahmen wird es in diesem Jahr unmöglich sein, dass wir unseren Schulgeburtstag feiern, der jedes Jahr am 13. Mai begangen wird. Besonders schmerzlich ist es, dass die Schüler der 10. Klasse in diesem Jahr nicht zur Kultur- und Bildungsreise nach Österreich und Deutschland aufbrechen können.

Neue Homepage für die Schule

Es ist uns eine große Freude, endlich unsere neue Homepage präsentieren zu können. Auf der Startseite erhalten Sie Informationen über die Schule (Geschichte, Information über unsere Ordensgemeinschaften und ein Profil der Schule). Ein Film – derzeit nur auf Russisch, aber mit deutschem Untertitel – gibt einen guten Einblick in das Projekt. Die Internetseite enthält auch eine Fotogalerie. Zudem gibt es einen Newsletter, der ständig aktualisiert wird. Im Bereich „Kontakte“ kann man mit uns Verbindung aufnehmen. Unter der Kategorie „Unterstützen“ finden sich verschiedene Möglichkeiten, wie man das Projekt fördern kann. Die Website ist auch für mobile Geräte adaptiert. Insgesamt geht es uns darum, unseren Freunden und Unterstützern einen realistischen und authentischen Eindruck von unserem Schulprojekt zu vermitteln. Die Adresse lautet: http://sanctlorenz.com